Zwei Jahre in einem Plan
Eine Kirchengemeinde plant in zwei Jahren zugleich. Gottesdienste, Feste und Kirchenmusik folgen dem Kirchenjahr, das 2026/27 am 1. Advent, dem 29. November 2026, beginnt. Haushalt, Statistik, Gremienwahlen und die Schulferien, nach denen sich Familien und Ehrenamtliche richten, folgen dem Kalenderjahr oder dem Schuljahr. Wer beide Jahre in getrennten Listen führt, entdeckt Überschneidungen erst, wenn der Gemeindesaal doppelt belegt ist. Ein Gemeindejahr, das beide Takte in einem Plan zeigt, macht diese Konflikte im September sichtbar statt im März.
Dieser Artikel beschreibt die Planung der ganzen Gemeinde: Gottesdienste, Sakramente und Kasualien, Gruppen und Kreise, Kirchenmusik, Gremien und Haushalt, dazu die Abstimmung mit Nachbargemeinden. Die Feste des Kirchenjahres mit Datum stehen im Ratgeber Kirchenjahr planen.
Welche Termine stehen zuerst fest?
Bevor eine Gruppe ihre Wünsche meldet, gehören die Termine in den Plan, über die die Gemeinde nicht entscheidet.
- Das Kirchenjahr. Ostern fällt 2027 auf den 28. März, Pfingsten auf den 16. Mai, Erntedank auf den 3. Oktober. Alle Sonntage und Feste stehen unter Kirchenjahr 2026/27.
- Feiertage und Schulferien. Sie bestimmen, wann Familien verreist sind und wann Kinder- und Jugendfreizeiten möglich sind.
- Termine von Landeskirche oder Bistum. Synoden, Dekanats- oder Kirchenkreiskonferenzen, Visitationen, Firmtermine, Kirchenwahlen. Sie kommen meist per Rundschreiben; tragen Sie die Quelle neben den Termin.
Erst auf diesem Rahmen ergibt die übrige Planung Sinn.
Gottesdienstplan: wer, wann, wo?
Der Gottesdienstplan ist das Rückgrat des Gemeindejahres. Er legt für jeden Sonntag und Feiertag fest, wo gefeiert wird, wer leitet, wer predigt, wer Orgel spielt und wer Lektorendienst oder Küsterdienst hat. In Gemeinden mit mehreren Kirchen oder Predigtstätten kommt die Frage dazu, welche Kirche an welchem Sonntag dran ist.
Bewährt hat sich, den Plan halbjährlich zu erstellen: im Herbst für Advent bis Ostern, im Frühjahr für die Zeit nach Ostern bis zum Ende des Kirchenjahres. Drei Regeln helfen:
- Besondere Gottesdienste zuerst. Christvesper, Osternacht, Konfirmation oder Erstkommunion, Erntedank, Familiengottesdienste, Gottesdienste mit Taufe.
- Urlaub und Fortbildung der Hauptamtlichen eintragen. Danach ist sichtbar, welche Sonntage eine Vertretung brauchen.
- Kasualien nicht verplanen. Taufen, Trauungen und Beerdigungen lassen sich nicht vorhersagen, aber die Wochenenden, an denen das Pfarrteam ohnehin voll ausgelastet ist, lassen sich für Trauanfragen kennzeichnen.
Konfirmation, Erstkommunion, Firmung
Die Sakramente und die Konfirmation strukturieren das Jahr für Familien. Hier liegen die größten konfessionellen Unterschiede.
Evangelisch beginnt der Konfi-Jahrgang meist nach den Sommerferien. Dauer und Form der Konfirmandenzeit legen Landeskirche und Gemeinde fest. In den Plan gehören der Start mit Elternabend, Konfi-Freizeit, Vorstellungsgottesdienst, Anmeldung des nächsten Jahrgangs und die Konfirmation selbst, die viele Gemeinden zwischen Ostern und Pfingsten feiern. 2027 liegt dieses Fenster durch das frühe Osterfest zwischen dem 28. März und dem 16. Mai.
Katholisch feiern viele Pfarreien die Erstkommunion am Weißen Sonntag, dem Sonntag nach Ostern, 2027 am 4. April, oder an den Sonntagen danach. Die Vorbereitung beginnt im Herbst mit einem Elternabend; Weggottesdienste, Erstbeichte und Proben folgen. Die Firmung wird je nach Bistum mit dem Firmspender abgestimmt, der Termin steht deshalb oft erst später fest. Planen Sie ein Fenster und tragen Sie den Termin nach.
Gruppen, Kreise und Kirchenmusik
Jede Gruppe hat ihren eigenen Rhythmus: Kinderkirche, Jugend, Seniorenkreis, Frauenkreis, Besuchsdienst, Bibelkreis, Eine-Welt-Gruppe. Viele treffen sich wöchentlich oder monatlich und pausieren in den Ferien. Lassen Sie jede Gruppe vor der Planungssitzung zwei Dinge melden: die Serie ihrer regulären Treffen und ihre besonderen Termine wie Ausflug, Freizeit oder Basar.
Die Kirchenmusik braucht mehr Vorlauf als die anderen Gruppen. Ein Konzert im Advent oder eine Passionsmusik bedeutet Probenphasen über Wochen, Probenwochenenden, Gastmusiker und oft einen Antrag auf Zuschuss. Die Probentermine konkurrieren mit Krippenspielproben und Gemeindeveranstaltungen um dieselben Räume. Tragen Sie Konzerte und Probenphasen deshalb als eigenen Ring ein, nicht als Einzeltermine zwischen den Gruppen.
Wann liegen Gemeindefest und Freizeiten?
Gemeindefest, Basar, Gemeindefreizeit und Kinderbibelwoche brauchen viele Ehrenamtliche an einem Tag oder in einer Woche. Sie gehören deshalb in die Zeit, in der weder Festkreis noch Ferien Menschen binden: das Gemeindefest häufig in den Frühsommer nach Pfingsten oder auf Erntedank, die Kinderbibelwoche in die erste oder letzte Ferienwoche, der Basar auf den Samstag vor dem 1. Advent. Legen Sie für jedes Fest fest, wann die Vorbereitung beginnt, und tragen Sie diesen Starttermin mit ein. Ein Fest ohne Vorbereitungstermin im Plan wird sechs Wochen vorher entdeckt.
Gremien und Haushalt
Das Leitungsgremium heißt je nach Landeskirche oder Bistum Kirchenvorstand, Presbyterium, Kirchengemeinderat, Gemeindekirchenrat oder Ältestenkreis. Evangelisch leitet in der Regel ein Gremium Gemeinde und Vermögen gemeinsam. Katholisch sind die Aufgaben oft getrennt: Der Pfarrgemeinderat berät die Pastoral, Kirchenvorstand, Kirchenverwaltung oder Verwaltungsrat verantworten Vermögen und Haushalt. Wenn zwei Gremien beteiligt sind, braucht der Plan zwei Sitzungsserien, die aufeinander abgestimmt sind.
Der Haushalt folgt in der Regel dem Kalenderjahr. Daraus ergeben sich feste Punkte: Haushaltsplan im Herbst für das kommende Jahr, Jahresrechnung im Frühjahr für das vergangene, dazu Statistik und Kollektenpläne. Die genauen Fristen stehen in der Haushaltsordnung Ihrer Landeskirche oder Diözese. Legen Sie die Sitzungen so, dass die Haushaltssitzung vor der Frist des Kirchenkreises oder Dekanats liegt und nicht in der Adventszeit.
Wie stimmen mehrere Gemeinden ihre Termine ab?
Viele Gemeinden planen nicht allein. Evangelisch heißen die Verbünde je nach Landeskirche Kirchspiel, Pfarrsprengel, Gesamtkirchengemeinde, Region oder Kooperationsraum. Katholisch sind es Pfarreiengemeinschaften, Seelsorgeeinheiten, pastorale Räume oder große Pfarreien mit mehreren Gemeinden. Gemeinsam ist allen: ein Pfarrteam, mehrere Kirchen, mehrere Gruppen, die dieselben Menschen brauchen.
Für die gemeinsame Planung haben sich vier Schritte bewährt:
- Ein gemeinsamer Plan, ein Ring je Gemeinde. So sieht jede Gemeinde ihre Termine und zugleich die der Nachbarn.
- Gottesdienstrotation zuerst. Welche Kirche feiert an welchem Sonntag, wo ist die Christvesper, wo die Osternacht.
- Gemeinsame Termine benennen. Firmung, Konfirmation, Gemeindefest im Wechsel, gemeinsame Freizeiten.
- Ein Absprachetermin im Jahr. Vertreterinnen und Vertreter aller Gemeinden legen im Frühsommer die Termine für das nächste Kirchenjahr fest, bevor jede Gemeinde für sich plant.
Der Gemeindebrief als Taktgeber
Der Gemeindebrief, katholisch oft Pfarrbrief genannt, ist der Termin, an dem die Planung sichtbar werden muss. Was bis zum Redaktionsschluss nicht feststeht, erscheint nicht. Die Redaktionsschlüsse eignen sich deshalb als Fristen für die Gruppen: Wer bis zum Redaktionsschluss der Herbstausgabe seine Termine meldet, steht im Heft und im Jahresplan. Wie ein Redaktionsplan für das ganze Jahr entsteht, beschreibt der Ratgeber Gemeindebrief: Redaktionsplan fürs ganze Jahr.
Planrad bietet für Gemeinden zwei Vorlagen. Die Kirchengemeinde-Vorlage läuft von Dezember bis November und enthält Festkreis, Konfi-Jahrgang, Gruppen, Gemeindefest, Haushalt und Redaktionsschlüsse als Ringe. Die Gemeindebüro-Vorlage folgt dem Kalenderjahr und trennt Gottesdienste, Gemeindeleben, Gremien und Gemeindebrief in vier Ringe; sie passt, wenn das Büro nach Haushaltsjahr arbeitet. Öffnen Sie eine Vorlage im Editor, legen Sie für jede Gemeinde des Verbunds einen Ring an und exportieren Sie das Ergebnis als Druck-PDF für den Schaukasten und als ICS-Datei für den Gemeindekalender. Namen von Gemeindegliedern braucht das Rad nicht; es enthält Termine und Funktionen.
Checkliste: Gemeindejahr planen
- Kirchenjahr 2026/27 mit Ostern am 28.03.2027 eingetragen
- Feiertage und Schulferien des Bundeslands als Hintergrund
- Termine von Landeskirche oder Bistum mit Quelle übernommen
- Gottesdienstplan für das erste Halbjahr steht, besondere Gottesdienste zuerst
- Urlaub und Fortbildung der Hauptamtlichen eingetragen, Vertretungen geklärt
- Konfirmation, Erstkommunion oder Firmung mit Vorbereitungsterminen geplant
- Jede Gruppe hat Serie und besondere Termine gemeldet
- Konzerte und Probenphasen der Kirchenmusik als eigener Ring
- Gemeindefest, Freizeiten und Basar mit Beginn der Vorbereitung eingetragen
- Sitzungsserien der Gremien, Haushaltssitzung vor der Frist
- Gottesdienstrotation und gemeinsame Termine im Verbund abgestimmt
- Redaktionsschlüsse des Gemeindebriefs an alle Gruppen kommuniziert